Fotoserie zur temporären Künstlerresidenz

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Finissage zeigt Ergebnisse der temporären Künstlerresidenz in Plessa

3707239 1 20160531637-GQ6657RUG.1-ORGPLESSA   Die Künstler Tanja Krause und Harald Hoppe haben in den vergangenen drei Wochen mit rund 150 Menschen aus Plessa gesprochen und 2500 Fotos aufgenommen. Zum Abschluss ihrer temporären Künstlerresidenz im Kulturhaus Plessa stellten sie in einer Finissage am Montag erste Bilder vor.

Plessa einmal ungeschminkt zeigen – so war eigentlich der Ansatz, mit dem das Künstlerpaar Tanja Krause und Harald Hoppe vor drei Wochen in die Künstlerresidenz im Kulturhaus einzogen. "Doch dann haben wir angefangen, mit den Menschen in dem Dorf zu sprechen und merkten schnell: Plessa ist unfassbar lebendig", erzählt Harald Hoppe auf der Finissage. "Hinter seiner trockenen Fassade steckt viel buntes Leben." Viele engagierte Menschen lebten in Plessa: "Mit einer Serie trostloser Straßen würden wir dem Ort nicht gerecht werden und ihn falsch interpretieren."

Auch Tanja Krause war überrascht, mit wie viel Offenheit ihnen begegnet wurde. "Wir haben uns leer gemacht und dieses Gefäß dann mit den Geschichten, Träume und Hoffnungen der Bewohner gefüllt", erklärt die Malerin.

Schnell dachten die Künstler dann um. "Statt verlassener Orte habe ich angefangen, die Menschen zu fotografieren, die Plessa aktiv gestalten", so Harald Hoppe. Er lichtete unter anderem den Karnevalverein, das Bergbauorchester, das Jugendblasorchester, den Kulturverein und den Kraftwerksverein ab. "Für die Aufstellung habe ich immer einen Ort mit Geschichte gewählt", verrät er. "Wenn die Menschen da so stehen, sind ihre Erinnerungen mit dem Ort spürbar", ergänzt Tanja Krause. "Nach wenigen Minuten lassen sie ihre Maske fallen und Schmerz wird sichtbar, aber der Blick geht immer nach vorne."

Im August kommt das Paar erneut nach Plessa. "Wir haben noch nicht alle Ehrenamtlichen porträtiert", sagt Harald Hoppe. Außerdem ist eine Ausstellung mit der Serie geplant.

Michèle-Cathrin Zeidler

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