Plessaer Kulturhaus platzt beim 7. Kreativmarkt aus allen Nähten

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Die Kreativen brauchen immer mehr Platz / Schon erste Anmeldungen für 2016

Kreativmarkt Kulturhaus Plessa 2015 1PLESSA   Was passiert, wenn aus Leidenschaft für ein Hobby professionelle Qualität entsteht, hat der mittlerweile 7. Kunst- und Kreativmarkt im Kulturhaus in Plessa gezeigt. Acht Künstler und 32 Kunsthandwerker aus dem Süden Brandenburgs und Nordsachsen hatten hier mit temporären Vorführungen ihre Zelte aufgeschlagen. Außerdem gab es Workshops.

Der Andrang beim 7. Kunst- und Kreativmarkt war riesig: Die Platzprobleme begannen schon weit vor dem Kulturhaus mit der Parkplatzsuche. Wer es dann geschafft hatte, musste sich mit mehreren Hundert Besuchern zeitgleich einen Weg durch ein abwechslungsreiches Angebot bahnen, vorbei an den sich um die Stände aufbauenden Menschentrauben.

Viele neue Gesichter

Viele neue Standbetreiber waren zu sehen, die mit zum Teil exotischen Produkten das Publikum begeisterten. Elke Bloeß aus Doberlug zum Beispiel. Sie hatte Anfang des Jahres begonnen, für ihre Enkeltochter Paula kleine Fingerpuppen zu häkeln. Dabei entdeckte Elke Bloeß ihre Leidenschaft. Weil die kleinen Hände des Enkelkindes gar nicht mit so vielen Puppen spielen können, wurden rund 100 Mini-Puppen an weitere Enkelkinder und Familienangehörige verteilt. Zusätzliche etwa 200 Puppen kamen nun in Plessa mit auf den Marktstand.

Andrea Schneekönig aus Hohenleipisch war Künstlerin und Kunstwerk in Personalunion: Sie hatte eine Galerie mit Tiermotiven aufgebaut. Bei Hobbymaler Matthias Walther aus Plessa war sie neben anderen Personen der Zeitgeschichte als Porträt zu sehen.

Kreativmarkt Kulturhaus Plessa 2015 3Das wird ein "Schnaps- Schuss"! Da waren sich Ingrid Waldmann und Doris Waschfeld aus Langennaundorf und Beutersitz-Bahnhof sicher. Am Stand von Petra Wetzel standen Obstschnäpse zur Verkostung. Die beiden Seniorinnen waren mit ihren Spinnrädern am Morgen auf dem Prestewitzer Bauernmarkt vertreten, um danach den Kreativmarkt in Plessa zu besuchen. Diesmal wurde aber nur geschaut. "Wir können in unserem Alter nicht überall mitmachen. Wir haben schon über 20 Veranstaltungen pro Jahr", meint Doris Waschfeld. "Wir verfolgen seit Jahren die Probleme um das Plessaer Kulturhaus. Wäre schade, wenn das Haus nicht überleben würde. Hier habe ich in meiner Jugend oft getanzt. Auch um zu helfen, das Haus zu erhalten, sind wir hier", erklärt Ingrid Waldmann.

"Das ist schon semiprofessionell", waren sich zwei Berliner Zaungäste am Stand von Ines Werth aus Plessa sicher. Die Hobbykünstlerin ist von Anfang an beim Kreativmarkt dabei. Dicht umlagert war ihr Bastelstand mitten im Kulturhaussaal. An dem Stand konnte man kleine Kunstwerke aus Schmuckkeramik basteln. Der weiche Ton wird in einer umfunktionierten Nudelmaschine gepresst. Auch an dem Backofen, in dem die Schmuckkeramik 30 Minuten lang bei 130 Grad in beständige Keramik gebrannt wird, waren einige Modifizierungen zu erkennen. "Die Idee ist spitzenmäßig. Das bastele ich mit meinen vier Enkelkindern auch", meinte Wolfgang Wegener aus Berlin. Eine Nudelmaschine haben wir schon und zum Backen des Tons könne man auch die Mikrowelle zweckentfremden.

Sprungbrett zum eigenen Stand

Kreativmarkt Kulturhaus Plessa 2015 2Zum Sprungbrett ist der Kreativmarkt für Petra Dämmig aus Elsterwerda geworden. Sie war bisher nur als Besucherin dabei. Das habe sie aber auf die Idee gebracht, ihre mit großer Leidenschaft entstandenen Bastelarbeiten anzubieten und dadurch Geld für Bastelstunden zu sammeln. Weil ihre Sachen in Plessa so gut ankamen, will sie nun sogar am Elsterwerdaer Adventsmarkt teilnehmen. Die Aurelio-Sterne aus 30 Blatt Papier mit über 20 Spitzen haben es ihr angetan.

Sowohl Künstler als auch Besucher sind sich einig, im Plessaer Kulturhaus müsste es öfter solche Veranstaltungen geben. Vor Ostern wäre auch ein günstiger Zeitpunkt. "Die Kapazitäten haben wir nicht", meint Hauptorganisatorin Claudia Drews vom Kulturverein. Der Kreativmarkt sei sehr arbeitsaufwendig. "Wir bekommen Unterstützung durch das Amt, vom Bauhof sowie vom Plessaer Karnevalsverein. Beim Aufbau waren Helfer im Alter von 16 bis 80 Jahren dabei. Der Andrang ist enorm, jede Ecke ist besetzt. Wir hatten einige Anmeldungen mehr, die wir vielleicht im nächsten Jahr mit reinnehmen können", berichtet sie. Unterdessen nimmt sie von Malerin Gisela Heidemüller aus Lauchhammer die Anmeldung für 2016 entgegen.

Veit Rösler / vrs1

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