Krawatte ab und schnell die Narrenmütze auf

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Der Plessaer Bürgermeister Gottfried Heinicke wird am 11. November wieder von seinen Freunden entmachtet

Eröffnung Karneval Plessa.1-ORGPLESSA   Immer am 11. November übernehmen die Karnevalisten die Macht in den Rathäusern. Auch der Plessaer Bürgermeister Gottfried Heinicke muss dann die Schlüssel der Stadt herausrücken. Dabei ist er selbst mit dem Aliwatschi-Virus infiziert.

Entmachtet von den eigenen Freunden – bereits seit elf Jahren tritt Gottfried Heinicke immer am 11. November die Rathausschlüssel an seine Kollegen vom Karnevalsverein ab.

"Dafür lassen sich die Jungs immer die übelsten Sachen einfallen", sagt der Bürgermeister von Plessa. Im vergangenen Jahr musste er auf Geschwindigkeit ein Getränk leeren. Im Anschluss regnete es Konfetti, und auch Götterspeise gab es bereits zur Saisoneröffnung in Plessa. Auf diese kleinen Aufgaben der Narren freut sich der Bürgermeister jedes Jahr und schaut daher auch seiner baldigen "Entmachtung" lachend entgegen. "Die Schlüsselübergabe ist jedes Jahr eine große Gaudi und macht viel Spaß", versichert Gottfried Heinicke. "Einmal mussten wir einen alten DDR Liegestuhl aufbauen. Das war ziemlich knifflig und ein Lacher für die Zuschauer."

Direkt nach der symbolischen Schlüsselübergabe verwandelt sich der Bürgermeister in den Karnevalisten. "Dann kommt die Krawatte ganz schnell ab, ich setze meine Narrenkappe auf und gesell' mich zu meinen Vereinskollegen", verrät Gottfried Heinicke.

"Aliwatschi-Virus. Einmal infiziert - niemals kuriert!" – so das diesjährige Motto vom Plessaer Carnevals-Club und auf Gottfried Heinicke trifft es wahrlich zu. In ihm schlägt das Herz eines Karnevalsnarren. Seit 1981 ist er ein aktives Mitglied im PCC. Freunde haben ihn infiziert, und seitdem kommt er nicht mehr vom närrischen Treiben los.

"Ich saß lange Zeit im Elferrat", erzählt Gottfried Heinicke. "Seit ich Bürgermeister bin, agiere ich aus Zeitgründen allerdings eher in den hinteren Reihen." So hilft er in diesem Jahr beim Aufbau und packt beim Schieben der Kulissen mit an.

"Früher war ich für die Beschallung und Musik auf den Veranstaltungen zuständig. Ich habe mich als DJ immer mit der Kapelle abgewechselt", sagt der Karnevalist. Die Musik liegt ihm immer noch am Herzen. Die Vereinshymne vom PPC kennt Gottfried Heinicke auswendig. "Als ich noch in der Wiege lag, da war es meine Masche…", stimmt er das Lied an und endet mit einem inbrünstigen "Aliwatschi Hoi Hoi Hoi".

Für ihn liegt die Faszination am Karneval im Zusammenhalt und der Gemeinschaft. "Außerdem kommen zu Karneval immer alle nach Hause", weiß Gottfried Heinicke. "Dann hat Plessa bestimmt 1000 Einwohner mehr."

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Traditionen zu wahren. "Natürlich ist so eine Veranstaltung viel Arbeit, aber für die Kinder mache ich es gerne", sagt der Plessaer Bürgermeister.

Bei seinem Kostüm muss sich Gottfried Heinicke keine großen Gedanken machen. "Auf Umzügen springe ich meist als Minister ein und trage Uniform", sagt er. Die schwarze Hose und das schwarze Jacket sind seiner Kleidung als Bürgermeister dabei gar nicht so unähnlich. Die grüne Narrenkappe wird er bei der Machtübergabe aber nur im Herzen tragen.

Zum Thema:
Plessa: Karnevalseröffnung am Gemeindeamt Plessa am Mittwoch, 11. November, um 11.11 Uhr; Öffentliche Generalprobe am Freitag, 13. November, um 18.11Uhr im Kulturhaus und am Samstag, 14. November, findet um 19.11 Uhr im Kulturhaus Plessa die Abendveranstaltung statt.

Michèle-Cathrin Zeidler

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