In Plessa herrschen paradiesische Zustände

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Dafür sorgen in erster Linie die Mitglieder des PCC / Aber auch die vielen Gäste, die den Kulturhaussaal füllen

Kulturhaus Plessa Karneval 070215APLESSA   Mit der großen Generalprobe, der "Suche nach dem Paradies", der ersten Abendveranstaltung, bei der "11 Sünden" geboten wurden und dem Seniorenkarneval "Kurz vor dem Paradies" am Sonntagnachmittag hat am Wochenende die öffentliche Hauptsaison des Karnevals in Plessa begonnen.

Nachdem zum Karnevalsauftakt im November in Plessa noch kein Prinzenpaar gekrönt war, wurden nun Prinz Bodo I. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Jenny erstmals in der Öffentlichkeit begrüßt. Mit stehenden Ovationen. "Wie das in den vergangenen 59 Jahren auch schon war", kommentierte PCC-Moderator Manfred Müller den Auftakt des Garde-Einmarschprogramms der 60. Jubiläumssaison.

Bereits am Freitagabend herrschten aus Sicht des PCC und des Kulturvereins paradiesische Zustände in dem bis zum letzten Platz gefüllten Großen Saal. "Liebe Landsleute, wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, das heute Ihre Einreise in das närrische Paradies möglich geworden ist ..... ", mit diesem Begrüßungssatz wurden gleich zum Auftakt der Veranstaltung gekonnt Geschichte, Ironie und das diesjährige Motto "Mit 60 ins närrische Paradies" unter einen Hut gebracht. So zogen sich auch 60 Jahre Karnevalsgeschichte, spitzfindige Zweideutigkeit und paradiesische Themen durch den gesamten Programmablauf.

Kulturhaus Plessa Karneval 070219ADabei nahmen die Narren diesmal sogar das ursprünglich nationalsozialistisch geprägte heutige Pegida-Vokabular auf´s Korn, das zum Unwort des Jahres 2014 ernannt wurde. So generieren Petrus Lothar Thieme und sein Paradiesapfel Jürgen Nicklisch in ihrer Mischung aus Moderation, Sketcheinlage und Büttenrede aus einer mechanischen "Lügenpresse" Meldungen mit aktuellem Plessaer Bezug. Zum Beispiel habe der amerikanische Schauspieler Kevin Costner beim Integrationsbeauftragten des Elbe-Elster-Kreises einen Asylantrag gestellt, um im Raum Plessa mit dem Wolf zu tanzen.

Für ein Ende der zugigen Fenster, des für Flugschnee undichten Daches und der wegen fehlender Isolierung exorbitanten Heizkosten des Kulturhauses dürfte folgende Meldung sorgen: "Die britische Königin Elisabeth II. spendet mehrere Millionen für das Kulturhaus für die hier seit Jahren praktizierte Pflege der englischen Sprache". Gemeint sind die vielen im Kulturhaus zu hörenden englischen Songtexte.

Als Beweis dessen sangen Petrus und sein Apple "Hänsel und Gretel liefen durch den Wald ..." in astreiner Kulturhaus Plessa Karneval 070218Aenglischer Sprache mit Plessaer Dialekt, versteht sich, also "Hansel and Grethel ran through the forest …". Mit "Gingerbread House”, also dem "Pfefferkuchenhaus”, sind natürlich die Pfefferkuchendachziegel des Kulturhauses gemeint. Hätte die britische Monarchin unter dem daraufhin tobenden Publikum gesessen, wäre das Kulturhaus sicher schon heute ein paradiesischer Palast.

So bleibt es nur ein Ballast, den Bewirtschaftungskosten und die noch zu erbringenden Sanierungsmittel betreffend. "Wir wissen nicht, wie es ohne Geld mit dem Kulturhaus langfristig weitergehen soll. Die zugigen Fenster und das undichte Dach bereiten kaum noch zu lösende Probleme", kommentiert Bürgermeister Gottfried Heinicke hinter den Kulissen den Song-Text.

Ein Liveauftritt sorgte auch diesmal für Furore. Als paradiesische "Blumen-Gruppe" zeigten Ants Möbius, Ronald Schemmel und Sven Siegemund alles, was blaue Männer mit ein paar Rohren, Drumsticks und Mülltonnen nahe am Original so drauf haben. Zurück in die paradiesischen Zeiten ihrer Jugend ging es bei einem der Showtänze Kulturhaus Plessa Karneval 070217Ader Funkengarde. "Wir haben das Thema Paradies mit unseren Besuchen im Blue Sky in Lauchhammer verbunden und so zusammen mit der Musik von damals ein Showtanzprogramm choreografiert", erklärte Trainerin Nicole Hartmann.

Veit Rösler / vrs1

 

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