Tatort-Kommissar hilft Kulturhaus Plessa

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TV-Star Axel Prahl und weitere prominente Künstler engagieren sich für die Sanierung des Kulturhauses Plessa

kulturhaus plessa axel prahlPLESSA    Nach Star-Trompeter Ludwig Güttler, der bereits mehrfach im Kulturhaus musizierte, hat die Plessaer Initiative zum Erhalt des Kulturhauses weitere prominente Unterstützung erhalten. Tatort-Kommissar Axel Prahl, Regisseur Andreas Dresen und die Band "Seilschaft" gehören zu den Unterzeichnern einer Künstlerpetition, die verantwortlichen Stellen in Brandenburg zugeleitet werden soll.

Der Kartenvorverkauf für das Konzert des Deutschlandfunks am 31.08.14 hat begonnen.

 

Der Eine ist Deutschlands beliebtester Tatort-Kommissar (Frank Thiel) und vielseitiger Schauspieler: Axel Prahl. An der Seite von Jan-Josef Liefers (Prof. Boerne) zieht er regelmäßig Millionen Krimifans in seinen Bann. Der Andere ist der mit international bedeutenden Preisen bedachte Regisseur Andreas Dresen. Unter anderem in "Sommer vorm Balkon", "Halbe Treppe", "Wolke 9", "Whisky mit Wodka" und "Halt auf halber Strecke" setzt er Themen des Alltags und des Lebens besonders realistisch in Szene.

Beide machen zusammen Musik. Neben Eigenkompositionen von Axel Prahl interpretieren sie auch die Lieder des 1998 verstorbenen Lausitzer Liedermachers Gerhard Gundermann.

Gundermann hat neben seinem künstlerischen Schaffen als Großgerätefahrer in Lausitzer Tagebauen gearbeitet. Deshalb gaben ihm viele den Beinamen "singender Baggerfahrer". Gerhard Gundermann konnte leider das große ehrenamtliche Engagement der Plessaer für den Erhalt des Kulturhauses der Bergarbeiter nicht mehr miterleben.

Der stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses im Europäischen Parlament und ehemalige Rektor der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf", Prof. Lothar Bisky (LINKE), wollte die Plessaer und die Gundermann-Interpreten 2013 zusammenbringen. Aber leider verstarb Prof. Bisky im letzten Sommer völlig unerwartet.

Die Kulturhaus-Akteure und die Künstler haben dennoch zusammengefunden! Mit ihrer jetzt veröffentlichten Künstlererklärung engagieren sich die Prominenten für die Sanierung des Kulturhauses Plessa. Sie bitten "das Land Brandenburg und alle anderen Institutionen die Initiativen für den Erhalt des Kulturhauses Plessa zu unterstützen, damit es auch für künftige Künstler-Generationen Heimstätte sein kann."

kulturhaus plessa die seilschaftDer Plessaer Kulturverein freut sich, dass auch Gundermanns Band "Die Seilschaft" die Initiative für das Kulturhaus Plessa unterstützt.

Plessa im "Grundton D". Der Deutschlandfunk wird mit seinem Radiokonzert "Grundton D" auf das Kulturhaus Plessa aufmerksam machen. Ab sofort können die Karten für das Radiokonzert der Weltklasse-Blechbläser des Lucerne Festival Orchestra Brass (Schweiz) am 31. August ab 17 Uhr in Plessa gekauft werden. Neben dem Hörgenuss kann auch erlebt werden, wie ein Radiokonzert technisch entsteht. Die Karten sind zum Preis von 25 Euro (inkl. Vorverkaufsgebühr – 29 Euro an der Abendkasse) erhältlich.

Aus der Geschichte des Kulturhauses: Gegründet als beschauliches Angerdorf der Fischer und Bauern an der Schwarzen Elster wurde Plessa ab 1900 mit Brikettfabrik, Kraftwerk und der weltweit ersten Abraumförderbrücke zum Sinnbild der Widersprüchlichkeit der Industrialisierung im Lausitzer Braunkohlerevier.

Die Menschen in diesem Landstrich der Lausitz haben ihre Energie von 1955 bis 1960 schon einmal bewiesen, als sie ihr Kulturhaus als neues Zentrum für die Region erbauten, nachdem in den letzten Kriegstagen 1945 über 700 Gebäude des Ortes einem Großbrand zum Opfer fielen. Das Bauwerk gilt bis heute als sehr gutes Konzert- und Multifunktionshaus. Das Kulturhaus Plessa steht seit 1985 unter Denkmalschutz. Mit dem Ende der Braunkohleindustrie im Lauchhammerrevier übernahm die kleine Kommune das Kulturhaus unsaniert. Wenige Jahre später waren die eigenen Mittel zur Sanierung des Hauses aufgebraucht. Bereits 1996 stellte Plessa einen Dringlichkeitsantrag an die Denkmalschutzbehörden des Landes Brandenburg zur Sicherung des Hauses. Diese Hilfe ist bis heute ausgeblieben.

Seit 2008 zeigt sich die Energie der Menschen erneut: Das bürgerschaftliche Engagement hat das Haus ganz im Silly-Sinne nach eigenen Kräften "instandbesetzt"! So konnten sie 2009 den Abriss des Hauses (um einen weiteren Supermarkt zu bauen) verhindern. Sie arbeiten schrittweise die baurechtlichen Auflagen ab und haben das Haus wieder attraktiv für Veranstaltungen gemacht. Aber um Dach und Fassade zu sanieren, reichen die eigenen Mittel längst nicht aus.

Pierre Wilhelm

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