Plessa spielt auf vielen Kanälen

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Vor Konzert des Deutschlandfunks ist Klavierstimmer Johannes Dombrowe im Kulturhaus

kulturhaus plessa johannes dombrowePLESSA   Eines der berühmtesten Musikfestivals der Welt – das Lucerne Festival in der Schweiz – gibt während des Hauptfestivals ein Sondergastspiel am 31. August im Kulturhaus Plessa (Elbe-Elster). Der Deutschlandfunk nimmt es auf, um es später für seine Hörer senden zu können. Für Klavier- und Cembalobauer Johannes Dombrowe aus Finsterwalde ein Anreiz: Er stimmt den Blüthner-Flügel.

Es wirkt wie im Film: Drei Scheinwerfer senden helles, warmes Licht aus. Auf der ansonsten dunklen Bühne ein Flügel. Davor ein Mann, von dem nur ab und zu der Kopf zu sehen ist und ein Arm, der im Bauch des Instrumentes verschwindet. Immer wieder ein Ton – mal zärtlich, mal kräftig, voluminös klingend. Johannes Dombrowe, gelernter Klavier- und Cembalobauer, ist bei der Arbeit.

Dass er den Blüthner-Flügel für das Orchester des berühmten Lucerne-Festivals stimmen darf, ist das etwas Besonders für ihn? Der 28-Jährige überlegt einen Moment und antwortet dann mit Ja. Es mache ihn schon stolz, zu wissen, dass an diesem Flügel später ein Weltklasse-Pianist spielen wird. Aber, so schließt er gleich an: "Ich gebe an jedem Instrument mein Bestes." Klavierstimmer, wie er abgekürzt gern genannt wird, gibt es nicht viele. Im 60-Kilometer Umkreis seiner Heimatstadt Finsterwalde ist er meist tätig, auch am Staatstheater in Cottbus und für den Pianosalon in Dresden war er schon im Einsatz.

Wie er dazu kam? "Ich habe an der Musikschule die Fächer Gitarre und Gesang belegt. Dort hat mir mein Lehrer gesagt, dass ich über ein besonders gutes Gehör verfügen würde und mir geraten, mich mal mit dem Instrumentenbau zu beschäftigen." Ein Tipp, der goldwert war. Er hat in Ludwigsburg bei Stuttgart gelernt und in der Thürmer Pianofortefabrik in Meißen gearbeitet.

Der Plessaer Blüthner-Flügel mit der Nummer 133497, von ihr lässt sich das Baujahr 1960 ableiten, ist ihm bereits vertraut. Seinen Zustand bezeichnet der Fachmann, der ansonsten auch der "Arzt" für die Instrumente in vielen Familien ist, als gut. Auf 442 Hertz (Schwingungen pro Sekunde) soll er den Flügel stimmen. Und natürlich Regulation, Intonation und Stimmung einstellen. Dazu kommen kleinere Reparatur- und Wartungsarbeiten. Am Plessaer Flügel haben Motten Vergnügen an den zarten Filzblättchen unter den Vordertasten gefunden. Klavierstimmer Johannes Dombrowe behebt das Manko, streicht immer wieder über die nun wieder ebene Klaviatur. Dass Plessas Kulturhaus erneut Ort für ein Weltklasse-Konzert sein wird, vor Weihnachten war erst Prof. Ludwig Güttler mit seinem Blechbläserensemble zu Gast, ist der "Grundton D"-Musikreihe von Deutschlandfunk und Deutscher Stiftung Denkmalschutz zu verdanken.

Zum Thema:
Karten für das Konzert am 31. August gibt es für 25 Euro im Vorverkauf inkl. Gebühr (29 Euro Abendkasse) in der Tourist-Information Doberlug-Kirchhain und Finsterwalde, im Haus des Gastes Bad Liebenwerda, im Reisebüros Jaich, Förster Reisen (Ruhland & Ortrand) und dem Schreibwarengeschäft Richter in Plessa. Karten gibt es auch www.kulturhaus-plessa.de

Frank Claus

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