Plessa ist im närrischen Paradies gelandet

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Nach 60 Jahren Jeckenmacht steht für den PCC fest: „Den Karneval in seinem Lauf, hält weder Amt noch Muffel auf“ 

60 Jahre Karneval Kulturhaus PlessaPLESSA  Nach der Machtübernahme am 11.11. um 11.11 Uhr ist der Plessaer Karnevalsverein am Freitag und Samstag unter dem Motto "Einzug ins Paradies" bei der großen Generalprobe und der ersten Abendveranstaltung mit seinen Gästen in die paradiesischen Wolken des Kulturhauses über Plessa entschwebt.

Zwischen Elbe, Elster und Spree und damit im biblischen Dreistromland, in dem Blesse das Zentrum und die geografische närrische Hauptstadt des zukünftigen Großkreises bildet, wurde zünftig abgehoben, um die himmlischen Gefilde in verschiedenen Richtungen und Höhen zu durchpflügen. Vor einem Bühnenbild mit einem blank gezogenen Nackedei und einer nackten Dame, so wie Gott sie schuf (Adam und Eva), wurden sowohl paradiesische Erotik, die Sünde, als auch die höllische Politik in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf die Schippe genommen.

Natürlich mit Rückblick: "Den Karneval in seinem Lauf, hält weder Amt noch Muffel auf", im Rahmen des 60. Jubiläums sorgten Petrus und sein Paradiesapfel, in Blesse der "Äppel und seine Schlange", für einen närrischen Rückblick, der nicht einmal vor den Sprüchen aus DDR-Zeiten halt macht. Mit "liebe Genossen und Genossinnen Karnevalisten ... ", wurde der HO-Necker aus der Hölle zitiert und an die Planerfüllung zum Wohle des närrischen Volkes, an die karnevalistischen Brudervereine des Meißner Paktes und an die Machenschaften des Klassenfeindes, wie zum Beispiel die Gema, erinnert. Dabei wurden auch die anspruchsvollen Aufgaben des kommenden Elf-Jahrplanes, der Beitrag zur Gestaltung und Entwicklung der närrischen Persönlichkeit und der Karneval als Möglichkeit der närrischen Völkerverständigung erörtert. Kurzum: Es lebe der proletarische Karnevalismus!

Plessa in der Gegenwart: Beim Thema Gegenwart und damit beim leidigen "Plessa Sucht Den Superstar", kurz PSDS, konnten Didder Polen, die Frau der Ringe aus dem Plessaer Nagelstudio (Aerocenter) und ein dritter Vertreter des Machwerkes mit biblischen Ausmaßen Kreuze und Haken für die Auftritte von Künstlern wie Tine Turner, Beatritze Eklich oder Conchita Wurscht vergeben. Von den paradiesischen Wiesen waren sogar die "Blumen-Group" mit ihren Rohren und die Strauße aus der seeligen Plessaer Straußenfarm, letztere wenn auch nur als geisterhafte Lichtreflexe, aus den Plessaer Geschichtsbüchern in das Kulturhaus geeilt. Zum Leidwesen der im Saale versammelten Närrinnen waren jedoch weder die "Sieben Todsünden" noch die vier Akteure der Handtuch-Show durch tote Hosen zur wahren Sünde imstande. Nackte Menschen gab es aber doch, nämlich die Ostdeutschen, die wegen dem teuersten Sprit im Universum ausgezogen werden.

Veit Rösler

Fotos von der Festveranstaltung zum 60. Geburtstag: Fotogalerie der Lausitzer Rundschau (Fotograf Veit Rösler)

Fotos von der ersten Abendveranstaltung der Saison 2014/2015: Fotogalerie der Lausitzer Rundschau (Fotograf Uwe Krengel)

 

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