Sanssouci & Frauenkirche vereint im Kulturhaus Plessa zum Beginn der Großen Freundschaft

logo lausitzer rundschau gif

  

Deftige Sprüche zum Karnevalsauftakt vor prächtigem Bühnenbild

PLESSA   Unter dem Motto "Beginn einer großen Freundschaft" sind am Wochenende beim Karneval in Plessa die Generalprobe und die erste Abendveranstaltung der 59. Saison über die Bühne, oder besser, über die Plätze vor dem Schloss in Sanssouci und vor der Frauenkirche von Dresden gegangen.

KulturhausPlessaAlterFritzAugust 18"Endlich", so Moderator Manfred Müller, seien der Sommer vorbei und der Herbst soweit fortgeschritten, dass der Karneval beginnen könne. "Sie scharren schon mit den Hufen, Hundertschaften von Närrinnen und Narren", kündigte er das Einmarschprogramm des Vereins an. Anders als in den 58 Jahren zuvor, marschierten die Funken in ihren Gardekostümen diesmal erstmals im preußischen Gleichschritt nach militärischen Marschtakten ein. Unter dem Karnevalsmotto "Der Alte Fritz macht sich zum August" hatte das Bühnenbild das Kulturhauses in der Woche vor den ersten Abendveranstaltungen dann auch noch neben der Dresdener Frauenkirche die Freitreppe und das Schloss von Sanssouci sowie als verbindendes Element das Eingangsportal des Kulturhauses erhalten.

Um den Beginn der "großen Freundschaft" der ersten Abendveranstaltung mit dem Thema "Sachsen küsst Preußen" zu verbinden, zogen Lothar Thieme als "Gärtner von Sanssouci" und Jürgen Nicklisch als "sächsischer Amor", dem sächsischen Regionalvertreter in Sachen Liebe, den "roten Faden" durch die Abendveranstaltung, Amor noch dazu, mit dem typisch sächsischen, selbst erklärten "Arsch in der Hose". Beide interpretierten den neuen Plessaer Namenszusatz Freidorf mit "Frei von Geld" und "Frei von Hilfe von oben". Natürlich durften Sachsens Glanz und Preußens Gloria nicht fehlen. "Nur gucken, nicht anfassen", hieß es beim Tanz der königlichen Mätressen, denn jede Berührung der Kleider der Funken könnte einen Knall auslösen. Eindrucksvoll und unwiderstehlich auch die Gräfinnen Cosel in ihren aufwendigen Barock-Kleidern, im Tanz gekonnt in Szene gesetzt zu Musiktiteln von Freddy Mercury und Queen sowie Falko und dessen "Rock Me Amadeus".

KulturhausPlessaAlterFritzAugust 10Wer Preußen sagt, muss auch Kartoffel sagen und so haben die Plessaer Narren diesmal eine etwa 130 Kilogramm schwere Kartoffelsortiermaschine aus Plessa-Süd auf die Kulturhausbühne gezerrt. Verbinden ließ die sich gleich mit den aktuellen Wanzen der US-amerikanischen Abhöraffäre. Mit der Maschine wurden die Wanzen in Form der Kartoffelkäfer aussortiert, die einst zu DDR-Zeiten als biologische Kriegsführung die ostdeutschen Felder verwüsten haben sollen. Um einen
Fördermittelregen für das Kulturhaus zu erzeugen, wird nun eine Idee aus Elsterwerda aufgenommen, die noch auf die Arbeit des sächsischen Hofgärtners Johann Carl Gottlieb Seifert zurück geht. Der hatte im Elsterwerdaer Gärtnerhaus Ananas angebaut. Für den Erhalt des Hauses sollen jetzt noch mehrere Hunderttausend Euro Fördermittel fließen. Die Narren haben nun ein fahrbares Ananas-Beet erfunden, das überall dort hingefahren wird, wo man Fördermittel braucht.

"Wir müssen als Verein eingestehen, dass das Thema der Ersten Brandenburger Landesausstellung im nächsten Jahr in Doberlug sehr anspruchsvoll ist. Wir mussten diesmal sehr intensiv recherchieren. Aber gerade das hat die Sache so interessant gemacht und wir haben dabei sehr viele Details über Geschichte erfahren, die wir bisher noch nicht wussten", gesteht Lothar Thieme vom Vorstand des PCC hinter den Kulissen ein. Ob er oder Peter Werner dabei entsprechend dem Motto Claudia Drews, die Ehefrau von Amtsdirektor Manfred Drews geküsst haben, bleibt ein Geheimnis. Zumindest haben sich Karnevalsverein und Kulturverein geküsst, denn alle drei gehören dem Kulturverein an. Die Leiterin der zentralen Verwaltung in DoberDoberlug Kirchhain koordiniert die Landessausstellung für die Stadt Doberlug-Kirchhain.

KulturhausPlessaAlterFritzAugust 14So entstand das Karnevalsmotto der 59. Saison. "Eigentlich sind wir hier in Plessa schon immer die Stelle, wo Preußen Sachsen küsst. Immer schon kommen zu uns Vereine aus Brandenburg und Sachsen", bringt es Umzugsminister Carsten Schellschmidt auf den Punkt.

Veit Rösler / vrs1

Weitere Fotos von der Veranstaltung von Veit Rösler

Share

 
 
Kulturhaus-Plessa.de © 2012 - Hier bewegt sich was!