Gutes Beispiel wie Kulturschaffende zusammenarbeiten können

logo lausitzer rundschau gif vom 10.09.2013

Plessa  Wenn Musiker auf Reisen gehen, kann es interessant werden. Das konnten in der Nacht zum Sonntag die Besucher des Kulturhauses Plessa hautnah bei der Vorstellung der Endfassung eines Filmprojektes der mit internationaler Besetzung agierenden Band Rue Lascar erleben.

Rudy Kulturhaus PlessaMit allerlei Musikinstrumenten sowie einer Menge an Licht- und Tontechnik im Gepäck zog die Berliner Band Rue Lascar mit den Musikern Matt de Harp (Frankreich), Lenjes Robinson (USA), Dietmar Roth (Deutschland), Witel Niedziejko (Polen) und Boris Kontorowski (Russland) im September 2012 los, um im Kulturhaus Plessa ihre CD aufzunehmen. Begleitet von einem Filmteam reisten die Musiker dabei eine Woche lang durch das Elbe-Elster-Land. Sie musizierten an verschiedenen Orten und trafen Menschen in deren Umfeld, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Unterwegs entdeckte die Band Sehenswürdigkeiten, an denen die Live- Aufnahmen realisiert wurden. So waren die Musiker im Seniorenhaus und bei der Bläserklasse Plessa zu Gast. Dem Elsterschloss-Gymnasium und dem Miniaturenpark Elsterwerda wurde ebenso ein Besuch abgestattet.
Filmaufnahmen entstanden zudem an der Förderbrücke F 60 in Lichterfeld, in den Freizeit-Spreewelten Lübbenau, zum Brandenburg-Tag im Spreewaldhafen Lübbenau, auf der Felsenbühne Rothstein und auf Gut Saathain. "Die Album-Aufnahmen fanden fast alle im Kulturhaus Plessa statt. Mit seiner riesigen, schönen Holzbühne und den roten, sehr dramatisch wirkenden Vorhängen. Alle waren hoch konzentriert, da die 13 geplanten Lieder in nur vier Stunden aufgenommen werden
sollten. Eine echte musikalische Hochleistung. Zum Glück haben alle Leute motiviert und sehr effektiv mitgearbeitet", so Rue Lascar Erfinder Matt de Harp. Zuvor mussten die Instrumente und die Studiotechnik in einer schweißtreibenden Aktion die Treppe hinauf in den ersten Stock bugsiert werden.

Unter Musikern habe sich die Qualität der Akustik im Kulturhaus Plessa mittlerweile herumgesprochen. Diese sei im Saal und auf der Bühne extrem gut, so Techniker Hartmut Helms. Für die Tonaufnahmen der CD standen und saßen die Musiker im Kreis, sodass alle untereinander Sichtkontakt hatten. Zwischen ihnen standen Schallwände, die vor allem das Schlagzeug und den Kontrabass voneinander trennten.

Vor der eigentlichen Vorstellung des Filmes gab mit der Bläserklasse der Grundschule Plessa eine weitere im Film mitwirkende Band ein kleines Konzert. Nach dem Film und einer Podiumsdiskussion spielten die Musiker der Band Rue Lascar einzeln und in unterschiedlicher Besetzung vor der Kulturhausbühne bis tief in die Nacht.

"Ich habe die Filmaufnahmen auf Gut Saathain hautnah miterlebt und ich bin neugierig, was daraus geworden ist. Meine Neugier war so groß, dass ich sogar meinen Mann Andreas alleine zur historischen Einkaufsnacht nach Elsterwerda habe gehen lassen", meinte Premieren-Besucherin Tamara Kallbach aus Zeischa. "Ich freue mich, dass so etwas in unserer Region entstanden ist und dass wir hier eine Vorreiterrolle spielen durften, so etwas zu machen. Nicht nur das Kulturhaus Plessa war Aufnahmeort des Filmes, sondern auch andere Kulturlandschaften, wie zum Beispiel das Gut Saathain. Der Film ist ein gutes Beispiel, wie die Kulturschaffenden zusammenarbeiten können", betont Lothar Thieme vom Plessaer Kulturverein.

"Im Hintergrund des demografischen Wandels wird das auch nötig sein. Da beschwört der Film den Pioniergeist. Er ist einer der ersten Schritte in diese Richtung. Der Film beschreibt aus der Blickrichtung des Fremden unsere Region als exotische Gegend. Dafür haben wir hier den Blick verloren. Dahin gehend eröffnet das Werk dem einheimischen Betrachter die Erkenntnis, wie schön unsere Gegend eigentlich ist, das sie es wert ist, der Welt rübergebracht zu werden", unterstreicht Thieme nach der Filmvorführung.

Kommentierung vom 10.09.13; LR-Online:

Vielleicht sollte man die Häufung der regionalen Highlights besser abstimmen!

von checkin
Da war die historische Einkaufsnacht, die Kahnnacht in Wahrenbrück, das Konzert der VIP Vokalisten in Finsterwalde,das Glockengiessen in Gruhno, die Schlössernacht in Neudeck und Übigau, die Orgelführung in Herzberg und so weiter. Jeder wird regional einiges hinzufügen können. Last but not least das beeindruckend geschilderte Erlebnis von Plessa. Alles Dinge, die mich interessiert hätten.

Man kann sich nicht zerteilen und es gibt nunmal nicht mehr so viele und noch weniger kulturell orientierte Einwohner in EE, die auch das finanzielle Polster haben , um die Eintrittspreise für manche Veranstaltungen leisten zu können.

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