Voll besetzter Großer Saal beim Jubiläumskonzert

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Voll besetzter Kulturhaussaal beim Konzert des Orchesters der Bergarbeiter / Ehrenamtliches Engagement der Mitglieder gewürdigt

lr vom 26.06.2012Das Orchester der Bergarbeiter Plessa spielte bei seinem Jubiläumskonzert gemeinsam mit Kindern der Plessaer Grundschule. Diese werden seit einem Jahr von Musiklehrern und Mitgliedern des Orchesters unterrichtet. Das Projekt läuft so erfolgreich, dass eine weitere Klasse für den Bläsernachwuchs geplant ist.

Sie zogen in den Saal des Kulturhauses Plessa ein wie die Gladiatoren in eine große Arena: das Orchester der Bergarbeiter. Bei seinem Konzert anlässlich seines 80. Geburtstages bekam es am Sonntagnachmittag eine deutliche Verjüngungskur.

"Das ist eine der wichtigsten Botschaften dieser Veranstaltung", sagte Musiker Lothar Thieme mit Blick auf die musizierenden Kinder und Jugendlichen. ...

"Wir haben die Hoffnung, dass auch wieder mal Nachwuchs bei uns einschlägt." Wegen des demografischen Wandels würden viele Musikformationen an mangelndem Nachwuchs kranken. "Wir sind sehr froh", so Thieme weiter, "dass es erst mal wieder losgeht. Das ist ein Entwicklungsprozess, der wird Jahre dauern. Aber wir freuen uns, dass ein Anfang gemacht wurde mit der Unterstützung und den Instrumenten. Wir hoffen, das wird eines Tages Früchte tragen."

Weitere Klasse geplant

18 junge Musiker werden seit einem Jahr von Musiklehrerin Bettina Weinhold, Musikschullehrerin Andrea Müller sowie von Bergarbeiter-Orchesterleiter Siegfried Göckert, den Musikern Bernd Gärtner und Frank Werner an den neuen Blasinstrumenten der Plessaer Grundschule ausgebildet. "Wir können nur staunen, was in so einem Jahr aus dem Unterricht, aus den Satzproben und dem Einzelunterricht herausgekommen ist", würdigte Frank Werner das Engagement der Jugendlichen und ihrer Ausbilder. Man hoffe, so Werner, dass sich ein Teil der Jugendlichen längerfristig für die Musik begeistern lässt und den Weg über die Musikschule in das Orchester der Bergarbeiter finden wird. Im kommenden Schuljahr soll eine weitere vierte Klasse an den Instrumenten ausgebildet werden.

Mit dem Steigerlied, der Bergmannshymne, mit Ehrengästen wie Amtsdirektor Manfred Drews, den Bürgermeistern von Plessa Gottfried Heinicke und Elsterwerda Dieter Herrchen, mit der langjährigen Sängerin des Bergmannsorchesters und späterer Bürgermeisterin von Lauchhammer Elisabeth Mühlpforte sowie vielen Blasmusikfans wurde im voll besetzten Saal das Jubiläum gefeiert.

Über den Ort hinaus bekannt

Bürgermeister Gottfried Heinicke äußerte seinen Stolz, ein Orchester in Plessa zu haben, das über Landes- und Staatsgrenzen hinaus bekannt sei. Bei vielen öffentlichen Anlässen sei das Ensemble nicht wegzudenken. Er gehe er davon aus, dass seine Mitglieder bei der Eröffnung der neuen Rad- und Fußgängerbrücke an der Elsterbrücke im Herbst als erste Musikformation offiziell über die Brücke marschieren und diese damit einweihen. Heinicke schenkte den Jubilaren eine Stimmgabel – in Zeiten knapper Gemeindekassen selbst aus Holz gebastelt.

Elisabeth Mühlpforte, von 1984 bis 2000 Sängerin im Orchester der Bergarbeiter, erinnerte in ihrer Festrede an die Musikbegeisterten, die vor 80 Jahren das Werksorchester des Braunkohlenwerkes Plessa gegründet hatten. Durch Engagement und unzählige Auftritte sei dieses Orchester mit seiner Musik zu einem wichtigen Kulturträger in unserem Land gereift. Es habe auch wichtige soziale Funktionen. Es führe Menschen aus verschiedenen Generationen und Berufen im gemeinsamen Spiel zusammen. Dafür müssten nicht nur die Instrumente aufeinander abgestimmt sein. Ein harmonisches Zusammenspiel erfordere Gemeinschaftsgeist, Verbundenheit und Kameradschaft. Musikvereine seien damit auch wichtige Partner in der Jugendarbeit. So gesehen sei das Orchester Plessa ein wichtiger Partner der Musikpädagogik. Das Musizieren in einem Orchester sei nicht nur eine rückwärtsgewandte Pflege von Traditionen, sondern ein Kennenlernen des aktiven Lebens einer Gemeinschaft, in der die Grenzen von Stand und Einkommen, Alter, Sprache und auch Nation überwunden werden.

Landesbergparade in Plessa

Auf die Plessaer kommt im Rahmen des Jubiläums des Bergarbeiterorchesters noch etwas Großes zu: Bisher gebe es bereits von rund 500 Bergleuten und ihren Begleitern Rückmeldungen aus allen deutschen Revieren zur Landesbergparade am 22. September 2012 nach Plessa zu kommen, so Lothar Thieme. Unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Ministerpräsidenten Matthias Platzeck wird dabei nicht nur der 80. Geburtstag des Plessaer Ensembles, sondern auch der 10. Jahrestag des Landesverbandes Brandenburg-Berlin der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine gefeiert.

Text und Foto: Veit Rösler

 

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