Tausendfaches "Glück auf!" zur Bergparade

logo lausitzer rundschau gif vom 24.09.2012

Farbenfrohe Trachten, Uniformen und Fahnen im Paradeband / Fahnenweihe für Orchester der Bergarbeiter Plessa

Plessa Unter einem tausendfachen "Glück auf!" sind am Samstagnachmittag in Plessa mehr als 650 Teilnehmer aus ganz Deutschland und Polen in 41 farbenprächtigen Bildern in einem kilometerlangen Paradeband an unzähligen Besuchern am Straßenrand vorbei gezogen.

kulturhaus-plessa-bergparade-orchester-bergarbeiterFoto: Veit Rösler

Weitere Fotos von der Berparade finden Sie hier: Bilder der Lausitzer Rundschau

Mit farbenfrohen Trachten, Uniformen und Fahnen wurde das zehnjährige Jubiläum des Landesverbandes Brandenburg-Berlin der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine sowie das 80. Jubiläum des Orchesters der Bergarbeiter Plessa gefeiert. Da staunten sogar die karnevalserprobten Plessaer.

"Gänsehaut und feuchte Augen ohne Ende", gab Bürgermeister Gottfried Heinicke nach dem Fest an einem langen Tisch neben vielen Gästen im Kraftwerk zu. "Dieses Event war der Wahnsinn. Da wird man sich noch Jahrzehnte daran erinnern", schwärmte Heinicke. Bei den Gesprächen mit Bergleuten aus anderen Regionen Deutschlands habe er erfahren, dass man dort die gleichen Probleme wie in Plessa hat. Denkmalwürdige Kraftwerke und Förderanlagen, Kulturhäuser und andere ehemals vom Bergbau unterstützte Einrichtungen, wie zum Beispiel Schwimmhallen, verlangten heute viel Zuwendung. Wie man bei der Bergparade sehen konnte, gebe es aber überall Menschen, deren Herz fest mit ihrer Heimat und alten Traditionen verwurzelt sei. Heinicke hofft, den mehr als 650 Gästen aus dem Bundesgebiet den Elbe-Elster-Kreis mit seinem Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft näher gebracht zu haben.

Das Fest unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) hatte am Vormittag mit der Festveranstaltung im Kulturhaus begonnen. Unter der Mitwirkung der Bundes- und Landesvorsitzenden des Bundes Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine Kurt Wardenga aus Gladbeck und Hans- Jürgen Schmidt aus Beelitz zogen im Beisein der Bürgermeister Dieter Herrchen (Elsterwerda), Siegmar Petrenz (Tettau), Roland Pohlenz (Lauchhammer) und der ehemaligen Bürgermeisterin der Stadt Lauchhammer Elisabeth Mühlpforte sowie Hunderter Festgäste die Vereine mit ihren Fahnen in den großen Saal ein. Bergmannslied und Brandenburghymne sorgten für Emotionen. Musikalisch umrahmt vom Geburtstagskind, dem 80-jährigen Orchester der Bergarbeiter Plessa, und dem Chor der Bergarbeiter Brieske wurde mit feierlicher Zeremonie die neue Fahne des Orchesters der Bergarbeiter geweiht. Landesverbandschef Hans-Jürgen Schmidt führte dabei die Fahnentücher der Plessaer Standarte und der Fahne des Landesverbandes Brandenburg zusammen.

Bei der großen Bergparade, der zweiten des noch jungen Landesverbandes Brandenburg-Berlin, gab es gleich zu Beginn ein Novum. Die 41 Bilder mit ihren schmucken Bergmannsuniformen und Fahnen zogen in der Elsterstraße nach der Formation aneinander vorbei. "Das hat sich beim Karneval so bewährt. So können die Umzugsteilnehmer auch selbst die anderen Gruppen sehen", erklärte in Personalunion Kulturvereinsmitglied und Karnevalspräsident Peter Werner. Allerdings musste das erst "von ganz oben", so Peter Werner, abgenickt werden, denn eine Bergparade sei an feste Gesetze und Traditionen gebunden. Teilnehmen dürfen nur bergmännische Organisationen und dann nur in Uniform, im sogenannten Habit, der Ordenstracht. Zudem werde an einer Tribüne vorbeigezogen.

"Nun wissen wir", so Werner, "dass wir in Plessa eigentlich keinen Karnevalsumzug, sondern jedes Jahr eine Parade abhalten."

Mit unzähligen Glückauf-Rufen und viel Beifall wurden die vorbeiziehenden einzelnen Bilder vom Publikum begrüßt. Auch das ist altes Brauchtum. Die Tradition der Bergparaden ist im Erzgebirge heimisch. Zu Weihnachten marschieren die Bergleute in ihren schmucken Uniformen durch Seiffen, Stollberg, Obernhau, Zwickau, Marienberg und viele andere Orte. 21 Vereine und Organisationen kamen allein aus dem Süden Ostdeutschlands. Neben Plessa waren Berlin und Brandenburg mit Bergleitern aus den Revieren Senftenberg, Lauchhammer, Brieske, Domsdorf und der Oberlausitz vertreten. Selbst der Berliner Raum ist mit den Rüdersdorfern und dem Erzgebirgsverein Berlin dabei. Andere kommen aus dem Saarland, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, insbesondere aus Saarlouis, Hildesheim, Borken und Wintershall.

"Wir haben gesehen, in welch großer Gemeinschaft wir Plessaer uns bewegen. Fast alle Vereine und viele Privatpersonen haben mitgeholfen", bedankte sich Lothar Thieme vom Vorbereitungskomitee bei allen Beteiligten der ersten Bergparade in Plessa.

 

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