Wilde Jahre sind (nicht) vorbei

Plessa. Sie wurden mit den Rolling Stones und den Beatles erwachsen und sind mitten in den besten Jahren: die drei Hobby-Musiker der Band „Midlife“ aus Plessa. Jeden Donnerstag proben sie und bereiten ihren nächsten Auftritt vor. Ob bei dem 50. Geburtstag, der Silberhochzeit oder dem Senioren-Tanztee – ihre Musik geht direkt ins Blut und kommt nicht nur bei der Generation „50 plus“ gut an.

»Die wilden Jahre sind vorbei«, singt Peter Maffay. Dieter Gotthard weiß es besser. Der Gitarrist aus Plessa ist 61 Jahre und wie er sagt »durch die Musik jung geblieben«. Vor fünf Jahren tat er sich mit Jörg Schubert und Günter Raak zusammen und gründete die Band »Midlife«. Alle drei machen seit ihrer Kindheit und Jugend Musik und spielten schon in verschiedenen Bands. »Immer hobbymäßig«, betonen sie aus einem Mund. Während für Gotthard und Raak die Musik ein Ausgleich zum stressigen Arbeitsalltag ist, bedeutet sie für Jörg Schubert mehr als das. »Wenn man wie ich arbeitslos ist, ist ein Hobby sehr wichtig«, sagt Schubert, mit 58 Jahren das »Küken« der Band. Von seiner professionellen Ausbildung - er nahm als Jugendlicher acht Jahre Klavier- und fünf Jahre Gesangsunterricht - zehrt er noch heute. Sogar während seiner Armeezeit half ihm die Musik weiter. Er gründete damals die Armee-Combo »AC 71« und war sozusagen als »Kapellmeister« abkommandiert. Auch seine Bandkollegen haben schon als Kinder Instrumente gelernt, Günter Raak sogar als Autodidakt. Und noch etwas verbindet die Musiker: Sie stehen auf hausgemachten Rock und Blues. »Damals wollten wir doch alle ein bisschen wie die Beatles sein«, erinnert sich Dieter Gotthard, der mit seiner ersten Band »Quint Tomix«viele Songs der Pilzköpfe aus Liverpool spielte.

Ohrwürmer von damals

Wenn »Midlife« beim Seniorentanztee aufspielt, stehen die Ohrwürmer von damals ganz oben auf der Hitliste. »Viele in unserem Alter wollen die Songs hören und freuen sich, wenn wir sie live interpretieren«, erzählt Dieter Gotthard, der in seinem Hobbykeller einen Proberaum eingerichtet hat. Doch auch Schlager und Volksmusik seien Hitgaranten bei der Generation 50 plus. »Wenn es nach unserem Geschmack ginge, würden wir nur rocken und bluesen, aber wir richten uns nach dem Publikum«, meint Keyboarder Schubert. Eines sei bei den älteren Herrschaften jedoch immer wieder zu beobachten: Sobald der erste Titel erklingt, gebe es kein Halten mehr. »Midlife« werde beim Seniorentanz nie ohne mehrere Zugaben vom Saal gelassen. Auf dem Tanzboden seien die 60- und 70-Jährigen eben fitter als mancher 30-Jährige.

Diese Einschätzung trifft voll auf Elfriede und Martin Wunderlich zu. Die Großthiemiger sind Stammgäste bei den Tanzveranstaltungen in »Reichels Gasthof« in Oschätzchen. Ob Walzer, Polka oder Tango - die Standards haben sie alle drauf. »Nur die »Annemarie« müssen wir noch üben«, gibt Elfriede Wunderlich zu. Während die 65-Jährige als junges Mädchen zur Tanzstunde ging, lernte ihr Mann Martin das Tanzen so nebenbei, auch von seiner besseren Hälfte, die er einst auch beim Tanzen kennenlernte. Tanzen bedeutet für die Großthiemiger nicht nur Geselligkeit und Zeitvertreib, sondern auch Sport.

Tanzen ist auch Sport

Experten geben dem Ehepaar recht. Werden beim Tanzen doch unterschiedliche Muskelgruppen im Körper trainiert sowie Herz und Kreislauf in Schwung gebracht. Die Wunderlichs nehmen die Tanzeinlagen auch als sportliche Abwechslung. Immerhin sind beide aktiv, machen Nordic Walking und betreiben Laufsport. Auch beim Elsterlauf in Bad Liebenwerda werden sie Ende Mai wieder mit am Start sein.

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