Güttler: „Gegebenenfalls kommen wir wieder“

Presse - 2010
Dienstag, den 13. April 2010 um 00:00 Uhr

logo lausitzer rundschau gif

Plessa Hell strahlende optimistische Trompetenklänge erfüllten in Zwiesprache mit der Oboe zu Beginn des Konzertes die Evangelische Kirche in Plessa. Mit dem Solistenensemble Virtuosi Saxoniae musizierte der weltbekannte Trompeter und Retter der Dresdener Frauenkirche, Ludwig Güttler, am Sonntag vor mehr als dreihundert Besuchern. Präsentiert wurde das Konzert mit Barockmusik vom Kulturverein Plessa, der sich für den Erhalt des Kulturhauses im Ort einsetzt.

Mit zwei Choralvorspielen von Dietrich Der Klangteppich, den die vier Musiker entlang des Barock und der Frühklassik legten, führte von Corbett über Händel und Johann Sebastian Bach bis zu Dietrich Buxtehude und Gottfried Finger. Güttler ließ vom ersten Ton an keinen Zweifel an seiner Virtuosität als Blechbläser aufkommen. Wie ein verlockendes Fanal erklang die jubelnde Trompete Güttlers im Vivace einer Sonate von William Corbett.

Mit zwei Choralvorspielen von Dietrich Buxtehude gab es leider nur ein Stück auf dem von Ludwig Güttler weiter entwickelten Corno da caccia, dem er mit den tieferen, beruhigenden Tönen und damit der Aussage ,,Ein feste Burg ist unser Gott“ eine bestimmte Unerschütterlichkeit verlieh.

Friedrich Kircheis als langjähriger musikalischer Begleiter Güttlers auf der Orgel erwies sich am Sonntag trotz der eingeschränkten Möglichkeiten der kleinen Plessaer Orgel als einer der führenden deutschen Organisten. Roland Straumer, 1. Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle seit 1982, bewies mit dem bis zu vierstimmigen Violinspiel eines schwer zu spielenden Bach Stückes für Violine solo seine internationale Klasse ebenso wie Professor Andreas Lorenz auf der Oboe beim temporeichen Menuetto einer Sonate von Johann Philipp Kirnberger.

Für den abschließenden Glanzpunkt sorgte der Startrompeter gemeinsam mit seinen Musikerkollegen. Die perfekte Abstimmung der solistischen Einsätze bei Gottfried Fingers Sonate Nr. 2 C-Dur stellte ihre hohe Musikalität unter Beweis, die sie seit 1985 im gemeinsamen Spiel als Virtuosi Saxoniae ausleben.

Die von Güttler zu Beginn des Konzertes erbetene Applaus-Enthaltsamkeit während der einzelnen Stücke entlud sich zum Schluss in dem ausverkauften Kirchenraum und auf den Emporen im stehenden Beifallssturm und forderte, mit dem Dank von Kulturvereinsvorsitzenden Frank Werner verbunden, Zugaben heraus. Zur Stimmung des Konzertes passte das ausdrückliche Lob von Ludwig Güttler für die Organisatoren der Veranstaltung und ihr Engagement zum Erhalt des Kulturhauses in Plessa.

Ich finde es großartig, was der Verein hier macht. Die Initiative für das Konzert zur Unterstützung der Kulturhausrettung ging von Plessa aus. Sonst hätte es nicht stattgefunden“, machte der erfahrere Kulturorganisator Güttler klar. Damit ist neben Frank Werner vor allem das Engagement von Lothar Thieme, von Bürgermeister Gottfried Heinicke, von Gudrun Thieme-Schmidt und Peter Werner gemeint.

Das Organisatorenteam vom Kulturverein zeigte sich sehr froh über das geglückte Konzert und das große Interesse der Öffentlichkeit. Der Verein hofft auf einen Schub für den Kampf um das Kulturhaus, auch finanziell, denn so mancher Schein wanderte in die Spendentöpfe des Vereins. Außerdem konnten die Künstler mit einem günstigen Vertrag verpflichtet werden.

Wie sehr Güttler, der sich während der Signierstunde als Starkünstler zum Anfassen präsentierte, dem Plessaer Engagement angetan ist, zeigte sein Versprechen, gegebenenfalls kommen wir wieder“.

Mit Ludwig Güttler sprach Doreen Hotzan. - Quelle: http://lr-online.de - Laustizer Rundschau vom 09.04.2010


Share

 
 
Kulturhaus-Plessa.de © 2012 - Hier bewegt sich was!