Festveranstaltung 50 Jahre Kulturhaus Plessa

logo lausitzer rundschau gif vom 12.10.2010

Das 50-jährige Kulturhaus in Plessa blüht wieder auf / Große Festveranstaltung

Plessa  Das Kulturhaus in Plessa hatte sich geschmückt, die Gäste im vollbesetzten Saal sangen zur Musik des Orchesters der Bergarbeiter. Das Lied trug denselben Titel wie der Festakt: „Happy Birthday“.

kulturhaus-plessa-rolf-kuhn-ibaProfessor Kuhn bei seiner Rede zur Festveranstaltung

»50 Jahre jung, baulich zwar in die Jahre gekommen, mit Dach, Fenster, Fassade, E-Anlage, einer Entrauchungsanlage und Heizung, aber könnt Ihr Euch vorstellen, hier an diesem Ort stünde ein Aldi oder Penny?«, fragte der Ortsvorsteher Gottfried Heinicke in seinem Grußwort und versprach: »Solange hier Kinder und Jugendliche zusammenkommen, Theaterstücke und Tänze proben, sich sportlich betätigen und Freude haben, werden ich und viele andere alles tun, damit es mit diesem Haus weitergeht.« Er bedankte sich bei den Mitgliedern des Kulturvereins unter Vorsitz von Bernd Kadur und den vielen ehrenamtlichen Freunden, Helfern und Sponsoren, die in den vergangenen zwei Jahren Großes vollbracht haben. In seiner Festrede ging Bauleiter Lothar Thieme auf die Geschichte des Kulturhauses ein. Er betonte, dass der Braunkohlenbergbau von Plessa ausging und unter der Leitung des damaligen Bergwerksdirektors Friedrich von Delius im Jahre 1924 die erste fahrbare Förderbrücke der Welt in Betrieb genommen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden weiterhin Briketts zum Heizen produziert, aber neben der Arbeit spielte die Freizeitgestaltung eine immer größer werdende Rolle. »Wer schaffen will, muss fröhlich sein«, hieß es damals. Und so kam der Bau eines Kulturhauses ins Gespräch. »Eine Nation, die das Kulturelle eines Volkes nicht unterstützt, wird als Nation zugrunde gehen«, stand zu jener Zeit in der Zeitung »Der Kumpel«.

So wurde geplant und projektiert und am 3. Januar 1956 begannen die Baumaßnahmen. Bis zum 31. Dezember 1956 war der Rohbau ohne Dach errichtet. »Das war eine Schinderei. Es wurde eine Stangenrüstung mit nur zwei gepfropften Baumstämmen gestellt. Alles ohne Technik«, erinnerte sich der Zimmermann Gerhard Weber (79) aus Plessa. Der Maurer Egbert Reck (72) ergänzte: »Wir hatten so ein kleines Förderband. Das war an Technik alles. Alle Steine, der Zement und der Kalk mussten nach oben geschleppt werden. Der Kalk musste noch einen Tag lang eingeschlämmt werden. Wenn's geregnet hatte, ist der Zement hart geworden. Trotzdem hat es Spaß gemacht, obwohl viele Kollegen damals nach dem Westen abgehauen sind.« Acht bis zehn Zimmerleute und 30 Maurer in zwei Brigaden waren auf der Baustelle. Feierlich wurde am Bergmannstag am 1. Juli 1960 das Kulturhaus Plessa seiner Bestimmung übergeben. »Unvergesslich bleiben die Frauentagsveranstaltungen. Besonders ein Schlagersänger aus Jugoslawien hatte es mir angetan. Ich habe alle Prospekte noch gesammelt«, erinnerte sich Gerda Richter. Auch Georg Jeschar, Mitglied des Clubrates, kann stundenlang über das Geburtstagskind berichten. bab1

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Bereits am 23. April 1961 konnte der 100 000. Besucher im Kulturhaus begrüßt werden. Schätzungen gehen von über zwei Millionen Gästen insgesamt aus.

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